Die Wiedergeburt des Jan Voss! Der 30jährige Krieg am Niederrhein, verpackt in die spannende Geschichte eines kleinen Jungen, der einen Kroaten-Überfall überlebte - der Grevenbroicher Verlag SeitenWind legt den Roman „Jan Voss“ des Pädagogen Peter Bönninghaus (1865-1930) neu auf.

 

Peter Bönninghaus liebte den Niederrhein. Für die Zeitschrift „Unsere Heimat“ schrieb er zahlreiche Beiträge und hob dabei u.a. den Wert der Volks- und Heimatkunde hervor. Inzwischen ist Bönninghaus längst vergessen, genau wie sein damals bekanntestes Buch „Jan Voss“ aus dem Jahre 1913. „Zu Unrecht vergessen“, erklärt Verleger Jürgen Schmidt, „denn der Roman ist spannend und lehrreich, und bei weitem nicht mit soviel Kitsch und Klischees versehen, wie andere Bücher aus dieser Zeit. Es darf nicht sein, dass uns allen solch ein Werk für immer verloren geht.“ Grund genug für den kleinen Grevenbroicher Verlag SeitenWind eine Neuauflage zu wagen, um „Jan Voss“ zur Wiedergeburt zu verhelfen.

 

Packende Abenteuer

Die Geschichte beginnt im Jahre 1635, als die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges den Niederrhein erfassen. Wilde, angeheuerte Kroatentrupps ziehen plündernd und mordend von Dorf zu Dorf. In Kevelaer erstürmen sie die Schanze und bringen 100 Männer, Frauen und Kinder qualvoll um. Noch heute erinnert ein Kreuz an der Kroatenstraße daran. Der kleine Junge Jan Voss überlebt zwar das Gemetzel, wird dafür aber von den Söldnern mitgeschleppt. Fortan muss er bei ihnen dienen. Später gelingt ihm die Flucht, und er erlebt packende Abenteuer. Irgendwann gerät er in die schützende Obhut eines Offiziers. Allerdings ist auch diese Sicherheit nur relativ, denn beide werden immer wieder in Kämpfe verwickelt und geraten erst in Emmerich, später in Kempen in Gefangenschaft.

   Auch Jans Vater, der Dorfschmied, überlebt schwer verletzt die Erstürmung der Schanze. Beide halten einander für tot, wenngleich sie die Hoffnung auf ein Wiedersehen nie ganz aufgeben. So besucht der Vater einen jüdischen Händler, der in einem fremden Kriegslager einen Jungen gesehen hat, dessen Beschreibung auf Jan zutrifft. Wenig später zusätzliches Leid: In den Jahren 1635-1637 rafft die Pest am Niederrhein rund ein Drittel der Einwohner weg.

 

Mit Recherchen untermauert

Gegen Ende des Romans sind übrigens jene Tatsachen in die Handlung eingeflossen, die zum Bau eines Heiligenhäuschens in Kevelaer führten. Auch das kleine Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ohne an Spannung zu verlieren, wird im Roman auch die Entwicklungsgeschichte der Wallfahrt nach Kevelaer erzählt.

   Die Veröffentlichung war schon im Frühjahr geplant. Allerdings zogen sich die Recherchen des Herausgebers, der vor allem dem Straelener Stadtarchiv sehr dankbar ist, in die Länge. Jürgen Schmidt konnte darüber hinaus noch eine Zeitzeugin in Krefeld ausfindig machen, die den Autor persönlich kannte. Interessant ist ebenfalls eine frühe Buchkritik, die im Buch teilweise nachzulesen ist.

 

Karin Richter-Knapp, Flair Neuss

 

Im Buch befinden sich ein vierseitiges Nachwort von mir sowie liebevolle Zeichnungen von Ursula Schachschneider (nur im Taschenbuch!). 

 

1913-2013

 

Hundert Jahre Jan Voss

 

Der noch immer lesenswerte Roman nun endlich als eBook!

 

Zwölf Jahre liegen zwischen der roten Taschenbuchausgabe des SeitenWind-Verlags und diesem eBook. Als wir 2001 den »Jan Voss« im niederrheinischen Buchhandel vorstellten, hielten uns nicht wenige Händler und Redakteure für übergeschnappt. Die Zeitungen berichteten dennoch über das Buch, das innerhalb kurzer Zeit knapp eintausend Käufer fand. Die bescheidene Startauflage von 1.200 Exemplaren war also schnell vergriffen, zu weiteren Auflagen fehlte uns dann aber doch der Mut. Wir hielten den regionalen Markt auch erst einmal für „abgegrast“ und um bundesweit ernsthaft Fuß zu fassen, fehlte dem Verlag außer Idealismus so ziemlich alles: Know-how, Beziehungen und auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren nicht gegeben.

 

Umso schöner ist es, wenn der Roman jetzt noch einmal erscheinen kann. Genau 100 Jahre nach der Erstausgabe im Jahre 1913 liegt »Jan Voss« nun als zeitgemäßes eBook vor. Was wohl der Lehrer Bönninghaus (Veumann) dazu sagen würde …? Ich hoffe, er würde seinen Spaß daran haben!

 

Amazon Kindle-Shop: 4,99€ 

 

Neues aus der Rubrik "Schmidt linkt":


Bevor man mir auf die Schliche kommt: Das eBook-Umschlagmotiv für "Jan Voss" soll eine Rheinlandschaft um 1635 darstellen. Ich gebe zu, das Foto weder im damaligen Jahrhundert noch am Rhein aufgenommen zu haben. Die Steinbachtalsperre ist immer wieder Ziel meiner Wanderungen von Bad Münstereifel aus. Sie musste deshalb als Motiv herhalten und ersparte mir eine zweistündige Fahrt zur Schenkenschanz bei Kleve. 

Taschenbuch und alle E-Book-Formate
Taschenbuch und alle E-Book-Formate
Foto: Heinz-Gerd Wöstemeyer (Taschenbuch und Kindle!)
Foto: Heinz-Gerd Wöstemeyer (Taschenbuch und Kindle!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Taschenbuch und Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Taschenbuch und Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Michaela Kura (Taschenbuch, vergriffen!)
Cover u. Foto: Michaela Kura (Taschenbuch, vergriffen!)
Die Borussia-Diät, Kurzgesch. (Anthologie, alle Formate)
Die Borussia-Diät, Kurzgesch. (Anthologie, alle Formate)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
15. Nov. Wuppertal
15. Nov. Wuppertal
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Taschenbuch, vergriffen!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Taschenbuch, vergriffen!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover u. Foto: Jürgen Schmidt (Nur als Kindle-Ebook!)
Cover: W. Stephan/M. Kura (Taschenbuch, vergriffen!)
Cover: W. Stephan/M. Kura (Taschenbuch, vergriffen!)